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Pressemitteilung "Über die Kongresshalle als Standort für die Oper - oder: Die Zeit, die nicht vergehen will…"

In die Nürnberger Geschichte ist der Nationalsozialismus fest eingebrannt. Dieses Mal ist nicht weg zu retuschieren – „die Stadt Nürnberg trägt deshalb eine besondere Verantwortung für ihre Geschichte in der Zeit des NS" (Prof. Dr. Julia Lehner).

Die Bauten auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände sind Monumente von nationaler, von internationaler Bedeutung. Diese Bauten geben Gelegenheit, von dieser Geschichte zu erzählen. Diese Steine reden über „Faszination und Gewalt", so der ursprüngliche Titel einer improvisierten Vorläufer-Ausstellung vor Schaffung des „Dokumentationszentrums ehemaliges Reichsparteitagsgelände", das sich jetzt in der Kongresshalle befindet.

Diese Ausstellung im Doku-Zentrum nutzt auch der KJR mit seiner Einrichtung DoKuPäd – Pädagogik rund ums Dokumentationszentrum. Diese KJR-Einrichtung hat die politisch-historische Bildung mit Gegenwartsbezug zur Aufgabe. Die Geländebegehung und die Begleitung von Schulklassen und Jugendgruppen in der Ausstellung ist eines der Angebote von DoKuPäd, an denen jährlich mehrere Tausend Jugendliche teilnehmen.

Der Rundgang führt u.a. zur Zeppelintribüne, dem Zeppelinfeld, über die Große Straße und endet im Innenhof der Kongresshalle. Neben Informationen zum jeweiligen Ort geht es bei der Zeppelintribüne mit dem sogenannten „Lichtdom" um die Volksgemeinschaft, wer gehörte dazu, und die Frage: Wer wurde ausgeschlossen, verfolgt, ermordet? Im Innenhof der Kongresshalle geht es um das Scheitern des Nationalsozialismus – nicht nur aufgrund der Ruine, sondern aufgrund der Tatsache, dass gerade die Begeisterung der jungen Menschen lediglich dem Krieg diente, in dem die jungen Menschen benutzt wurden, im Krieg verletzt oder gestorben sind.

Die emotionale Annäherung an den Gigantismus, den Größenwahn und die Menschenverachtung des NS-Staates wird für viele junge Menschen, wenn sie in diesem leeren Innenhof stehen, als bleibender Eindruck wahrnehmbar. Dies ist didaktisch von großer Bedeutung und pädagogisch sehr wertvoll.

Eine Bebauung des Innenhofs mit einem Opernhaus-Interim, wie geplant, beraubt dem Betrachter oder der Betrachterin diesen emotionalen Erkenntnisgewinn. Das ist im Sinne der politisch-historischen Bildung nicht gering zu achten und deshalb aus Sicht des KJR nicht akzeptabel.

Selbstverständlich müssen in Nürnberg Opern aufgeführt werden können, als Zentrum einer Metropolregion ist eine Staatsoper angemessen. Das Suchen nach einem notwendigen Ausweichort für das sanierungsbedürftige Opernhaus am Richard-Wagner-Platz erfolgt allerdings unter zeitlichen und finanziellen Vorbedingungen, die weder der Verortung der Hochkultur noch der angestrebten Erweiterung der kulturellen Nutzung in der Kongresshalle – die wir sehr unterstützen - den notwendigen Raum an Beteiligung und Berücksichtigung einräumen.

Dies zeigt am Ende auch der Umgang mit den Alltagsnutzern der Räumlichkeiten der Kongresshalle, denen ihre Lagerräume gekündigt wurden. Die Aussicht für über 50 Nutzer, binnen kurzer Zeit bezahlbaren Ersatz zu finden für die Lagerung von vielen auch sperrigen Gütern, ist nicht groß. Unser Mitgliedsverband SJD-Die Falken, die dort viele Großzelte und weitere Ausrüstung für Zeltlager untergebracht haben, empören sich zurecht und haben die volle Unterstützung des KJR. Aber auch für die neue Unterbringung von Ruderbooten oder für Kulissen und Bühnendekoration von Karnevalsvereinen will erst einmal gesorgt sein.

Für die Akzeptanz solcher einschneidender Veränderungen halten wir eine konsensorientierte Lösung schon für erforderlich, um der großen Kunst willen, aber auch um der Alltags- und Subkultur die verdiente Wertschätzung zu vermitteln. Von der Bedeutung der politisch–historischen Bildung für unsere Demokratieentwicklung gar nicht zu reden. Und das braucht dann die Zeit, die es braucht.

Übrigens: In Werner Herzogs gleichnamigem Film ist es Fitzcarraldo nicht gelungen, ein Opernhaus im südamerikanischen Dschungel anzusiedeln ! Was man aus dieser Parabel lernen könnte...? 

Walter Teichmann
Geschäftsführer Kreisjugendring Nürnberg-Stadt

 

 

Pressemitteilungen

Vollversammlung des Kreisjugendring Nürnberg-Stadt am 4. Mai 2021

  • Vorstandswahlen beim KJR: Jessica Marcus bleibt KJR-Vorsitzende
  • 64. Mitgliedsorganisation neu aufgenommen

Die Pressemitteilung zur Frühjahrsvollversammlung findet ihr hier.

Vollversammlung des Kreisjugendring Nürnberg-Stadt am 14.Mai 2019

  • Jessica Marcus bleibt KJR-Vorsitzende
  • Forderungen: 25 Prozent für junge Leute unter 25 Jahren auf den Kandidatenlisten der Parteien zur Kommunalwahl 2020, Europaparlament wählen ab 16
  • Vorstandswahlen
  • 64. Mitgliedsorganisation neu aufgenommen

Die Pressemitteilung zur Frühjahrsvollversammlung findet ihr hier.

Vollversammlung des Kreisjugendring Nürnberg-Stadt am 13. November 2018

  • Aus dem Bauchgefühl eine Haltung machen

  • Ziele und Aufgaben des KJR für 2019

Die Pressemitteilung zur Herbstvollversammlung findet ihr hier.

Vollversammlung des Kreisjugendring Nürnberg-Stadt am 15.05.2018:

  • Kreisjugendring lehnt neues bayerisches Polizeiaufgabengesetz entschieden ab
  • Inklusion: Junge Menschen mit Handicap sollen in der Stadtpolitik mehr Berücksichtigung finden

Der Kreisjugendring Nürnberg-Stadt (KJR) und seine Mitgliedsverbände lehnen das neue bayerische Polizeiaufgabengesetz entschieden ab. In der gestrigen Vollversammlung des KJR ist dies mit großer Mehrheit der 100 Delegierten aus den 63 Jugendverbänden des KJR beschlossen worden. KJR-Vorsitzende Jessica Marcus: „Die darin vorgesehenen Befugniserweiterungen für die Polizei stehen nicht mehr im Einklang mit unseren Vorstellungen einer demokratischen Gesellschaft und stehen im Widerspruch zu Grundsätzen, die für uns seit Gründung des Bayerischen Jugendrings 1947 gelten.“

Inklusion als jugendpolitische Herausforderung

Der KJR will in der Jugendpolitik aufmerksamer den Blick auf Kinder und Jugendliche mit Behinderung richten. Stadtpolitik und Stadtverwaltung sollen nach dem Willen des KJR dazu mehr in die Pflicht genommen werden. Ohne Gegenstimmen wurde der KJR-Vorstand von der Vollversammlung aufgefordert, sich im Jugendhilfeausschuß des Stadtrates verstärkt den Belangen von Kindern und Jugendlichen mit Handicap zu widmen. Auch in den Kinderversammlungen und beim Jugendpartizipationsmodell „Laut!“ sollen die Anliegen von Kindern und Jugendlichen mit Handicap bewußt mitgedacht werden.

Jugendarbeit und die Kulturhauptstadt-Bewerbung

Nürnberg soll nach dem Willen des Stadtrats europäische Kulturhauptstadt 2025 werden. Sandra Song, Mitarbeiterin des städtischen Bewerbungsbüros N2025, hat bei den Nürnberger Jugendverbänden in der KJR-Vollversammlung massiv dafür geworben, sich aktiv in den Bewerbungsprozeß einzubringen und Kinder- und Jugendkultur als maßgeblichen Beitrag für die Bewerbung selbst und als Chance für eine nachhaltige Entwicklung zu nutzen. „Nürnberg hat ein Alleinstellungsmerkmal in diesem Wettbewerb mit seinem breit aufgestellten und gut vernetzten Vereins- und Verbandsleben, gerade in der Kinder- und Jugendarbeit“, so Sandra Song.

KJR-Haushalt bei über 4 Mio Euro

Die VV-Delegierten haben auch den KJR-Haushalt für 2019 verabschiedet. Er hat einen Umfang von 4,1 Mio Euro. Der Finanzierungsanteil der Stadt Nürnberg beträgt 44 %. Darüber gibt es einen Grundlagenvertrag zwischen Stadt und KJR.